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Workshop

Montag, 24. Januar 2022 14.00 Uhr – Mittwoch, 26. Januar 2022, 16.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Workshop

Wir sind am Zug

Männlichkeiten in linken Gruppen, Organisationen und Kampagnen kritisch reflektieren und praktisch verändern

Eine Kooperation von Gunda-Werner-Institut in der Heinrich-Böll-Stiftung und Rosa Luxemburg Stiftung.

mit Till Baumann, Tahir Della und Olaf Stuve

Männlichkeitsdynamiken strukturieren auch in den 2020er Jahren in oftmals hierarchisierender und nicht selten gewalttätiger Weise die Beziehungen zwischen Menschen. Immer noch und immer wieder werden politische Institutionen, Strukturen und Gruppen von männlichen Konkurrenzdynamiken dominiert. Zwar haben sich Frauen, Lesben, Trans*, Inter*, Queer (FLTIQ*s) und Menschen of Colour in den letzten Jahren mehr Sichtbarkeit erkämpft, doch sind öffentliche Aufmerksamkeit und Anerkennung meist ungleich verteilt. Dies gilt auch für linke politische, machtkritische und zivilgesellschaftliche Strukturen. Das Risiko, als FLTIQ*s oder Menschen of Colour in der Öffentlichkeit sexistischen, transfeindlichen oder rassistischen Angriffen ausgesetzt zu sein, ist deutlich höher. Auch in den Entscheidungsprozessen und Leitungsstrukturen linker NGOs und Stiftungen finden sich weiterhin nur wenige Menschen of Colour.

Das Schweigen und Nicht-Zuhören von Männern bei Themen wie sexualisierter Gewalt prägt fundamental die Strukturen und die politischen Beziehungen. Innerhalb der Gruppen und Organisationen wird die Arbeit an und in den Strukturen meist von Frauen gemacht. Das zeigt sich nicht nur beim Wegräumen der stehen gelassenen Kaffeetassen oder beim Protokoll schreiben, sondern auch bei der Pflege des politischen und sozialen Zusammenhaltes der Gruppen. Versuche, solidarische und barrierearme Umgangsweisen und Strukturen auszuhandeln, sind bisher eher von (queer)feministischen und rassismuskritischen Kreisen ausgegangen. In weiß und männlich dominierten Strukturen nehmen wir hingegen eher Abwehrreaktionen wahr. 

Diesen wollen wir in dem Workshop mit einer männlichkeitskritischen, profeministischen und rassismuskritischen Perspektive begegnen: Wie können Zis-Männer Teil emanzipatorischer Bewegungen sein, ohne bei Kritik in Abwehr zu verfallen, Geschlechterpolitiken zu bagatellisieren und/oder sich bei Konflikten zurückzuziehen? Wie können sie auch angesichts von Handlungsunsicherheit handlungsfähig bleiben? Wie kann ein offener Austausch über die Herausforderungen der Zusammenarbeit mit (queer)feministischen und rassismuskritischen Bewegungen aussehen, und über die eigenen Positionen bzw. die eigene Rolle darin?

Der zweiteilige Workshop richtet sich an Männer aus den genannten Kontexten, die sich kritisch mit ihrer Männlichkeit sowie sexistischen und rassistischen Strukturen auseinandersetzen wollen. Die eigene Verwicklung in diskriminierende Strukturen soll ebenso Thema sein wie die Schwierigkeiten, die aus Männlichkeitsanforderungen und dem System hegemonialer Männlichkeit resultieren. 

Im Workshop wird mit Methoden aus der rassismus- und machtkritischen Bildungsarbeit, der geschlechterreflektierten Pädagogik, der kreativen Konfliktbearbeitung und dem Theater Augusto Boals gearbeitet. 


Organisatorisches

Der Workshop findet in zwei Teilen statt, die aufeinander aufbauen. Die Anmeldung ist für beide Module gleichzeitig: 

Modul I: 

Mo-Mi 24./25./26. Januar 2022, in den Räumen der Heinrich Böll Stiftung in Berlin

Modul II:

Mo-Mi 14./15./16. März 2022, in den Räumen der Rosa Luxemburg Stiftung in Berlin

Workshopzeiten: 14 - 19 Uhr / 10 – 18 Uhr / 9 – 15 Uhr
 

Teilnahme & Anmeldung

Die Teilnahmezahl ist auf 18 Personen begrenzt. Bitte melden Sie sich über den Anmeldebutton oben an.

Anmeldeschluss: 20. September 2021 

Um eine möglichst heterogene Gruppe zusammen stellen zu können, bitten wir um eine Beantwortung von fünf Fragen, die wir per Lime Survey als Umfrage nach Anmeldeschluss an die angemeldeten Personen versenden.

Frist der Umfrage: 30. September 2021

Nach Auswahl der Teilnehmenden durch das Team werden bis Ende Oktober endgültige Anmeldebestätigungen verschickt. Melden sich mehr Personen an, als teilnehmen können, führen wir eine Warteliste.
Wir bitten darum, uns bereits bei der Umfrage mitzuteilen, ob und für welches Bundesland ggf. eine Anerkennung als Bildungsurlaub benötigt wird.

Team

Till Baumann lebt in Berlin und arbeitet als Trainer in der kreativen Konfliktbearbeitung, als Coach und Supervisor sowie als Theatermacher mit Schwerpunkt Theater der Unterdrückten. Er hat Augusto Boals Übungen und Spiele für Schauspieler und Nicht-Schauspieler ins Deutsche übersetzt. 

Tahir Della lebt und arbeitet in Berlin. Seit 1986 ist er Aktivist in der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland und fester Bestandteil der jüngeren Schwarzen Bewegung in Deutschland. Seit Gründung des bundesweiten ISD Verbandes 2001 (ISD Bund e.V.) war er bis 2019 im Vorstand eingebunden, seit Januar 2016 besetzt er die Promotorenstelle für Dekolonisierung und Antirassismus im Berliner Promotor:innen Programm „Für Eine Welt“. Neben dieser Funktion ist er als Trainer bei dem Bildungspolitischen Verein „glokal“ tätig.

Olaf Stuve ist in der politischen Bildungsarbeit tätig, er berät, schreibt und arbeitet zu den Themen geschlechterreflektierte Pädagogik, Intersektionalität, Männlichkeiten und extreme Rechte. Im Rahmen einer Promotion arbeitet er zu der Frage des „Lernens über Männlichkeiten in der politischen Bildung“. 

Veranstalter*innen
Eine Kooperation von Gunda-Werner-Institut in der Heinrich-Böll-Stiftung und der Rosa Luxemburg Stiftung

Fachkontakte
Claudia de Coster, Rosa Luxemburg Stiftung, Claudia.deCoster@rosalux.org

Henning von Bargen, Gunda-Werner-Institut in der Heinrich-Böll-Stiftung vonbargen@boell.de 

 

 

Termine
Mo., 14 März 2022 14.00 Uhr – Mi., 16 März 2022, 16.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Adresse
▶ Siehe Veranstaltungsbeschreibung
Veranstalter/in
Gunda-Werner-Institut für Feminismus und Geschlechterdemokratie
Sprache
Deutsch