Tagung

Freitag, 12. Dezember 2014 14.00 – 19.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Tagung

Angst wovor? Über Fremdheit, Unsicherheit, Populismus, Kulturrassismus.

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Wir leben heute in einer Gesellschaft, die immer vielfältiger, individueller und internationaler wird. Das hat auch zur Folge, dass viele Menschen in ihrem Alltag Fremdheit erfahren, die mitunter einiges auslösen kann: Ängste, Unsicherheit, ein diffuses Gefühl der Bedrohung. Nicht selten fußen diese auf Vorurteilen, populistischen Klischees und eben auch: Rassismus. Die Angst vor „dem Fremden“ und Rassismus gehen dabei ineinander über. Aktuelle Diskussionen in Medien und Politik zeigen deutlich: Wenn über Zuzug, Migration oder Flucht & Asyl gesprochen wird, fallen nicht selten Schlagworte wie Masseneinwanderung, Sozialschmarotzer oder Grenzkriminalität. Rechte und populistische Parteien nutzen gezielt Ängste und Ressentiments der Bevölkerung, um wahlweise Forderungen nach Begrenzung von Zuwanderung, Euroskeptizismus oder das Hochhalten der nationalen Kultur salonfähig zu machen, so etwa die AfD im vergangenen Wahlkampf. Dies zeigt sich auch in den Diskussionen um die Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen, die nicht nur von Vorurteilen und Unsicherheiten gekennzeichnet sind, sondern oftmals von Protesten und Aufmärschen rechtsextremer Gruppierungen begleitet werden. Aktuelle Studien untermauern diesen Trend: Abwertende Einstellungen sind in der Mitte der Gesellschaft fest verankert und stehen der Entwicklung einer Willkommenskultur im Weg.


Die Tagung wirft einen Blick auf diese Tendenzen und Einstellungen in der Gesellschaft, sowie auf die aktuelle Situation in Brandenburg. Warum haben die Bürgerinnen und Bürger Angst vor „dem Fremden“? Wie schaffen es populistische Parteien, Kampagnen gegen Zuwanderung zu machen und so erfolgreich die Ängste von Teilen der Bevölkerung zu instrumentalisieren? Wie erleben Geflüchtete die Ankunft in Brandenburg und was sind ihre Erwartungen an die Gesellschaft? Wie kann einem steigenden Alltagsrassismus entgegengetreten werden?

 

Programm

13:30  Ankommen
14:00  Begrüßung // Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg
14.15  Vortrag: „Kulturrassismus und Willkommenskultur
           Klaus J. Bade // Migrationsforscher und Publizist
15.15  Vortrag: „Willkommen? Über Zugehörigkeit und Gleichwertigkeit.
           Madlen Preuß // Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung, Universität Bielefeld
16.15  Kaffeepause
16:45  Podiumsgespräch und Diskussion: „Was heißt Willkommenskultur in Brandenburg? Situation und Perspektiven.“
           Nadja Hitzel-Abdelhamid // Antidiskriminierungsberatung Brandenburg
           Annie Amadu // Women in Exile e.V.
           Gabi Jaschke // Flüchtlingsrat Brandenburg
           Svenna Berger // apabiz, Antifaschistisches Pressearchiv und Bildungszentrum e.V.
           Moderation: Daniela Krebs, Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg
18.45  Abschluss
19:00  Ende der Veranstaltung

Im Anschluss folgt die filmische Vorstellung der "Vereinswerkstätten" des Projektes MOSAIK

 

Veranstaltungsort: 

Potsdam Museum, Am Alten Markt 9, 14467 Potsdam

Die Teilnahme ist kostenfrei. Um eine Anmeldung (anmeldung@boell-brandenburg.de) wird gebeten.

 

Bei Bedarf kann eine Übersetzung in Gebärdensprache und Englisch zur Verfügung gestellt werden. Melden Sie dies bitte bis zum 8.12. per Mail an.

If required, a translation into English and German Sign Language can be provided, given a registration via mail until 8 Dec.

 

Weitere Informationen und Kontakt:

Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg
Daniela Krebs
krebs@boell-brandenburg.de
 

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Projektes "MOSAIK - Märkische Orte für soziale, arbeitsmarktpolitische und interkulturelle Kompetenz" der Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg statt und wird im Bundesprogramm "XENOS - Integration und Vielfalt" des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.

 

Hinweis:
Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

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Afraid of what?
About otherness, uncertainty, populism, cultural racism.

Friday, Decembre 12  2014, 2 – 7 pm
Potsdam Museum, Potsdam

Today we live in a society that is becoming more diverse, individual and international. This also means that many people experience otherness in their everyday life, which can trigger a lot: fear, uncertainty, a diffuse sense of threat. Quite often these feelings are based on prejudice, populistic stereotypes as well as racism. The fear of "the other" and racism blend into each other. Recent media and political discussions show that, when talking about immigration, migration or refugees, frequently buzzwords, such as mass immigration, social parasites or border crime, come up. Right-wing and populist parties specifically use the fear and resentment in some parts of society to make demands for limiting immigration, to spread Euro-skepticism or to hold up national culture, as could be seen in the AfD’s last election campaign in Brandenburg. This is also reflected in the discussions about the reception and accommodation of refugees , which are not only characterized by prejudices and insecurities, but often are  accompanied by protests and marches of right-wing extremist groups. Recent studies support this trend: pejorative settings are firmly anchored in the middle of society and thus counteract the development of a welcoming culture.
 
The conference focuses on these trends and attitudes in society, as well as on the current situation in Brandenburg. Why do the citizens fear "the others"? How are populist parties trying to make campaigns against immigration and are so successful in exploiting the fears of parts of society? How do refugees experience their arrival in Brandenburg and what are their expectations from society?

Location:
Potsdam Museum, Am Alten Markt 9, 14467 Potsdam

The participation is free of charge – a registration would be appreciated (anmeldung@boell-brandenburg.de).

The meeting will be held in German. If required, a translation will be provided in sign language and English. Please express the need via mail till decembre 8, 2014.

 

Contact and further information:
Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg
Dortustr. 52, 14467 Potsdam
Daniela Krebs
krebs@boell-brandenburg.de
Tel: 0331 200578 0

 

 

 

Programme


From 13:30 on  arrival

14:00 Uhr  Greetings // Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg

14.15 Uhr lecture
„Cultural racism and welcoming culture“
Klaus J. Bade //  migration researcher and journalist

15.15 Uhr lecture
„Welcome? On affiliation and equivalence.“
Madlen Preuß // Institute for Interdisciplinary Research on Conflict and Violence, University of Bielefeld

16.15 Uhr  coffee break

16:45 Uhr  Panel discussion
„What's welcoming culture in Brandenburg? Situation and perspectives.“

Nadja Hitzel-Abdelhamid // Mobile Councelling for Victims of Racist Discrimination
Annie Amadu // Women in Exile e.V.
Svenna Berger // apabiz e.V.
Gabi Jaschke // Refugee Council of Brandenburg

19:00 Uhr  End of the conference

The conference is followed by the cinematic presentation of the "Vereinswerkstätten" that were also carried out in the framework of the project.

 

Note:
The organizers  reserve the right to make use of their house right and  deny the access to the conference or exclude persons from it, who belong to right-wing parties or organizations, who are affiliated with the extreme right or made an appearance in the past with racist, nationalist, anti-Semitic or other inhuman statements.

 

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▶ Siehe Veranstaltungsbeschreibung
Veranstalter*in
Landesstiftung Brandenburg
Teilnahmegebühren
frei
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