Heinrich-Böll-Stiftung @ taz.lab 2016

Heinrich-Böll-Stiftung @ taz.lab 2016

Fremde oder Freunde? Die Lust an der Differenz
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Das taz.lab wird kein Flüchtlingsgipfel sein, sondern soll ein Fest mit allen und für alle werden. Jenseits von Identitäten, religiösen Zeichen oder Stigmata soll mit größter Zugewandtheit über das gesprochen werden, was manchen Angst macht bis zur rassistischen Gifterei (Pegida), aber uns neugierig und solidarisch stimmen kann. Die Besucher/innen sind dazu eingeladen, gemeinsam mit zahlreichen Referent/innen dem Thema in rund 80 Diskussionsveranstaltungen, Performances, Workshops, Filmen oder Präsentationen nachzugehen.
Die Heinrich-Böll-Stiftung und das Gunda-Werner-Institut sind in diesem Jahr mit diesen Veranstaltungen auf dem taz.lab 2016 vertreten:

Deutschland, wir müssen reden!
Idil Baydar

12:35 Uhr, Orchideengarten
Deutschland ist bunter geworden, die unterschiedlichen Backgrounds seiner Bewohnerinnen und Bewohner sind buchstäblich nicht mehr zu übersehen. Das Land reagiert darauf mit einer heftigen Debatte über seine Identität, manchmal mit verheerenden Folgen. Die Drohung "dir wird das Lachen schon noch vergehen" sollte ein Hinweis darauf sein, welche Rolle Humor bei der Entschärfung derart aufgeheizter Situationen spielen kann. Vor allem, wenn das Anderssein so lustvoll betrachtet und sein Potential an Komik derartig kunstvoll beleuchtet wird wie bei Idil Baydar, die ein ganzes Land zum Gespräch bittet: ein Land, in dem sie lebt und das ihr zunehmend Sorgen bereitet. Sie hat als hier geborene und vom Umfeld geprägte Berlinerin einiges an Migrations-Hintergründigkeit zu bieten und tut das gerne und vehement vor allem in ihrer typischen Figur Jilet Ayse auf sehr eindrucksvolle und gewollt nachhaltige Weise. Für das taz.lab 2016 präsentiert sie Auszüge ihres Programms "Deutschland, wir müssen reden!".
 

Was von Köln übrig bleibt
Ein Gespräch zwischen Vicky Germain und Ines Kappert

14:30 Uhr, Zelt 1
Köln steht für eine grandiose Fehlinformation der Öffentlichkeit. In einem offiziellen Bericht waren die sexuellen Übergriffe kein Thema, erst Facebook machten sie zu einem Problem. Dann wurde von Seiten des Polizeipräsidenten behauptet, keine "Flüchtlinge", aber "Nordafrikaner" seien mehrheitlich die Täter, es handele sich um organisiertes Verbrechen. Vier Wochen später ruderte das BKA zurück: Die Annahme, dass es sich mehrheitlich um Nordafrikaner gehandelt habe, ließe sich nicht bestätigen, auch von Banden könne keine Rede sein. Der "Sylvesterdiskurs" wird damit zu einem Dokument eines tief verwurzelten Rassimus' in Deutschland, der auch von Teilen der weißen feministischen Szenen reproduziert wird. Im Gespräch mit der New Yorker Medienaktivistin Vicky Germain wird es darum gehen, die Mechanik der Rassismen in der deutschen Berichterstattung und ihrer Rezeption auszuleuchten. Das Gespräch wird auf Englisch stattfinden.

 

Frieden für Syrien
J
oumana Seif
15:25 Uhr, Orchideengarten
Joumana Seif ist Mitbegründerin der "Syrian Women Initiative for Peace and Democracy". Sie musste aus Syrien fliehen und kämpft nun von Berlin aus dafür, dass auch Frauen-Gruppen an den Friedensverhandlungen zu Syrien teilnehmen können. Bislang erlebt sie sowohl von Seiten des Regimes als auch von Teilen der zugelassenen Opposition Ablehnung. Dabei haben Kriegsgebiete wie Bosnien, Afghanistan oder Liberia gezeigt, dass ein belastbarer Friedensprozess ohne die Teilnahme von Frauen nicht zu haben ist. In ihrem Talk wird sie von ihrer Lobbyarbeit in Genf berichten und ihre Strategie skizzieren, wie Analysen und Bedürfnisse von Frauen bei den Entscheidern doch noch Gehör finden können. Joumana Seif spricht auf arabisch, ihr Talk wird ins deutsche gedolmetscht.

Das Programm sowie Infos zu den Referent/innen finden sich hier.
Eintrittskarten zum lab.lab 2016 gibt es bis Freitag, 1. April, 20 Uhr vor Ort im Shop im taz Café Rudi-Dutschke-Straße 23, 10969 Berlin und am 2. April an der taz.lab-Tageskasse im HKW.

Das taz.lab 2016 findet u.a. in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung statt.

Information:
Benjamin Glück
Projektbearbeitung Referat Sozialpolitik
E-Mail glueck@boell.de
Telefon 030-285 34 -246