Preisverleihung Freitag, 05. März 2021

Anne-Klein-Frauenpreis 2021 an Cânân Arın

Preisverleihung

Urheber/in: Mareliber_Caner Özkan. Creative Commons License LogoDieses Bild steht unter einer Creative Commons License.
Datum, Uhrzeit
Fr., 05. März 2021,
18.00 – 19.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Adresse
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Sprache
Deutsch
Türkisch
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Veranstalter/in
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
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Die türkische Juristin und Frauenrechtlerin Cânân Arın erhält den Anne-Klein-Frauenpreis 2021. Die Anwältin aus Istanbul setzt sich seit über 40 Jahren für die Rechte und die Selbstbestimmung von Frauen ein. Sie ist Mitbegründerin des ersten unabhängigen türkischen Frauenhauses des Vereins Mor Çatı (Lila Dach). Sie hat in unzähligen Verfahren für Frauen gestritten, denen Gewalt angetan wurde.

Cânân Arın hat mit ihrem Engagement dazu beigetragen, dass die Türkei 2012 als erstes Land die sogenannte Istanbul-Konvention ratifiziert hat. Das „Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt“ ist der erste europäische Vertrag, der die Verhinderung und Bestrafung von Gewalt gegen Frauen und von häuslicher Gewalt zum Ziel hat. Aber: Der Erfolg der Istanbul-Konvention ist in der Türkei akut bedroht. Die türkische Regierung erwägt seit Sommer 2020 einen Ausstieg.

„Mit dem Ausstieg aus der Istanbul-Konvention würden wichtige Erfolge der türkischen Frauenbewegung rückgängig gemacht werden. Mit Cânân Arın kämpfen derzeit viele tausend Frauen in der Türkei gegen den frauenpolitischen Rollback und für ein selbstbestimmtes Leben ohne Gewalt,“ erklärt die Juryvorsitzende Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung.

In der Türkei – wie in vielen Ländern weltweit - nimmt häusliche Gewalt zu. Allein die Zahl der Frauenmorde hat sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Dies bedauern auch die Hardliner in der türkischen Regierung – machen dafür aber die Frauen selbst verantwortlich. Die Konvention zum Schutz von Frauen und Mädchen vor Gewalt „untergrabe das traditionelle Familienbild“ und leiste „Genderwahn“ Vorschub, so die Argumentation – eine Auffassung, die auch Staaten wie Bulgarien und Ungarn bis heute als Vorwand dient, um die Konvention nicht zu ratifizieren.

„Mit Cânân Arın würdigt die Jury den persönlichen Mut und die Hartnäckigkeit der türkischen Kämpferin für das Recht aller Frauen auf ein gewaltfreies, selbstbestimmtes Leben,“ betont Barbara Unmüßig und fügt hinzu: „Der Anne-Klein-Frauenpreis wird zum 10. Mal vergeben und es ist nicht übertrieben zu sagen, dass die kämpferische Berliner Juristin Anne Klein und unsere diesjährige Preisträgerin Schwestern im Geiste hätten sein können.“

Der Anne-Klein-Frauenpreis ist mit 10.000 € dotiert. Der Preis wird bei einem Festakt am Abend des 5. März 2021 in Berlin  - in diesem Jahr ohne Live-Publikum - überreicht. Die Laudatio hält die Lyrikerin und Dokumentarfilmerin Dilek Mayatürk.

Bitte melden Sie sich für die Preisverleihung über den Button oben an. Aufgrund der Pandemie übertragen wir die Festveranstaltung ausschließlich per Livestream im Internet.


Kontakt:
Ulrike Cichon
T 030-285 34-112  
Email 
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