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Fachkonferenz

Dienstag, 06. September 2022 10.30 – 16.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Fachkonferenz

Die Istanbul-Konvention intersektional denken

Seit dem Jahr 2011 gilt die Istanbul-Konvention (IK) international als weitreichendstes rechtsverbindliches Menschenrechtsinstrument, um geschlechterbasierte und häusliche Gewalt zu verhindern und zu bekämpfen. Sie verpflichtet die Unterzeichnerstaaten verbindlich zu konkretem Handeln und auch dazu, Asylgründe aus der Flüchtlingskonvention von 1951 geschlechtersensibel auszulegen und anzuerkennen.
Die Fachkonferenz am 6. September stellt die Themen Intersektionalität, Mehrfachdiskriminierung und Flucht in einen Kontext zur Istanbul-Konvention.

Zu Beginn kommen Vertreterinnen aus der Wissenschaft mit verschiedenen NGOs ins Gespräch, um die intersektionale Auslegung der Istanbul-Konvention mit einem Fokus auf queere Frauen mit Fluchthintergrund zu diskutieren. In einem zweiten Teil diskutieren Nichtregierungsorganisationen, LSBTQI-Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund sowie Expert*innen aus der Wissenschaft in Workshops und Panels mögliche Praxisansätze.

Programm:

10.30 – 12.30 Uhr (in Präsenz und online)

Grußwort

  • Dr. Ines Kappert, Leitung Gunda-Werner-Institut

Eröffnungsvortrag
Die Bedeutung einer intersektionalen Auslegung der Istanbul-Konvention für queere Frauen mit Fluchtgeschichte

  • Dr. Marie-Luise Löffler, Frauen-und Gleichstellungsbeauftragte Stadt Heidelberg, Amt für Chancengleichheit
  • Dr. Mengia Tschalär, Ko-Direktion Queer European Asylum Network

Podiumsdiskussion
Die Istanbul Konvention intersektional gedacht  
Moderation:

  • Monika Remé, Deutscher Frauenrat

Diskutantinnen:

  • Dr. Delal Atmaca, DaMigra
  • Prof. Dr. Nivedita Prasad, ASH Berlin
  • Julia Serdarov, LeTRa

12.30 – 13.30 Uhr Mittagspause

13.30 – 15.00 Uhr (nur in Präsens)

Wir betrachten die Istanbul-Konvention (IK) unter fünf Aspekten in fünf parallelen Workshops:

  1. Die Anwendbarkeit der IK auf queere geflüchtete Frauen im Asylverfahren, mit Fokus auf ihre intersektionalen  Vulnerabilitäten als eine besonders gefährdete Gruppe vor geschlechterbasierter Gewalt.
    Dr. Mengia Tschalär (Queer European Asylum Network) & Anbid Zaman (Queer European Asylum Network)
     
  2. Die lokale Umsetzung der IK in der Arbeit mit queeren Menschen anhand des Best Practice Beispiels der Arbeit des Amtes für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg mit dem Projekt Guide4You.
    Danijel Cubelic (Amt für Chancengleichheit) & Dr. Marie-Luise Löffler (Frauen-und Gleichstellungsbeauftragte Stadt Heidelberg, Amt für Chancengleichheit)
     
  3. Die Geschlechter-Binarität und der Geschlechterbegriff in der IK zu umreißen und dessen Einschränkungen und Möglichkeiten in Bezug auf queere Menschen zu diskutieren.
    Lilith Raza (Queer European Asylum Network) & TBC
     
  4. Beleuchtet die Anwendungspraxis der Istanbul-Konvention der Bundesrepublik Deutschland in Bezug auf Frauen mit Flucht- und Migrationshintergrund. Dies auch unter Berücksichtigung auf die Vorbehalte zu Artikel 59, welcher den Schutz und die Rechte von häuslicher Gewalt gewaltbetroffener Migrantinnen betreffen.
    Dr. Delal Atmaca (DaMigra)
     
  5. Einführung in das Konzept Intersektionalität und dessen Anwendbarkeit in Bezug auf die Rechtspraxis im Kontext von Flucht, Geschlecht und Sexualität.
    Prof. Dr. Nivedita Prasad (ASH Berlin) & Dr. Nina Held (Queer European Asylum Network)

15.00 – 15.15 Uhr Kaffeepause

15.15 – 15.45 Uhr

Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse

  • Monika Remé, Deutscher Frauenrat

 

Registrierung:
Die Teilnahme ist gratis. Bitte registrieren Sie sich über den Anmeldebutton für die gesamte Fachkonferenz und einen Workshop.

Der Veranstaltung wird auf Deutsch stattfinden. Für das Vormittagsprogramm wird es eine Simultanübersetzung deutsch-englisch und englisch-deutsch geben und dieses findet in hybrid statt. Im Nachmittagsprogramm wird es Flüsterübersetzungen geben, da dieses nur in Präsens stattfindet.

Veranstalterin: Gunda-Werner-Institut und Queer European Asylum Network

Das Netzwerk Queer European Asylum ist ein Zusammenschluss von Wissenschaftler_innen und zivilgesellschaftlichen Organisationen mit dem Ziel, die spezifische Situation von LSBTIQ* Geflüchteten sichtbar zu machen.

Im November 2020 hat das Netzwerk eine Veranstaltung zur Anerkennung und Prävention von Gewalt gegen LSBTIQ*-Personen auf der Flucht organisiert und darauf basierend einen Policy Report verfasst, welcher alle EU-Mitgliedsstaaten, die die Istanbul-Konvention ratifiziert bzw. unterzeichnet haben, dazu aufruft, lesbische, bisexuelle, queere, intergeschlechtliche und trans Frauen als besonders gefährdete Gruppe vor geschlechter-basierter Gewalt zu schützen.

Fachkontakt Dr. Ines Kappert kappert@boell.de

Adresse
▶ Heinrich-Böll-Stiftung, Bundesstiftung Berlin sowie Online
Veranstalter/in
Gunda-Werner-Institut für Feminismus und Geschlechterdemokratie
Sprache
Deutsch
Englisch
Teilnahmegebühren
Eintritt frei