Lesung und Gespräch

Sonntag, 06. Juni 2021 16.00 – 19.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Lesung und Gespräch

NEUER TERMIN Flexen – Flâneusen* schreiben Städte

Lesung feministischer Literatur an verschiedenen Orten der Stadt

Treffpunkt: Springbrunnen über dem Alaunpark (Tannenstraße) in Dresden

Die Veranstaltung findet im Freien statt. Bitte halten Sie Abstand und tragen Sie eine Mund-Nase-Bedeckung. Die Veranstaltung findet statt, soweit es die Pandemiebedingungen zulassen.

Wir laden Euch ein mit uns zu „trödeln, herumzulungern, ziellos durch die Stadt zu streifen“ (Neha Singh)[1] und Geschichten aus „Flexen – Flâneusen* schreiben Städte“ zu hören. Wir laden Euch ein, zu einem literarischen Streifzug durch die Stadt, bei dem die Perspektiven von Frauen, Queers und People of Colour im Mittelpunkt stehen werden.

Die Kämpfe für ein Recht auf Stadt sind auch feministische Kämpfe. Der Mangel an leistbarem Wohnraum ist auch ein Problem für alle Menschen, die partnerschaftlicher oder häuslicher Gewalt entfliehen wollen. Es mangelt an Plätzen in Frauenhäusern nicht nur weil es ohnehin zu wenige gibt, sondern auch weil Monate vergehen können, bis die Betroffenen eine Wohnung gefunden haben und somit ihr Platz frei wird. Frauen, Queers und People of Colour sind häufiger auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen, obwohl für sie dort eine Sicherheit nicht selbstverständlich ist. Für viele FLINTA[2] sind verbale sexuelle Belästigung oder die Angst davor im Dunkeln unterwegs zu sein, alltäglich. Erst im März machten anlässlich der Entführung und Ermordung von Sarah Everard Betroffene unter dem hashtag #TextMeWhenYouGetHome (Sag Bescheid wenn Du zu Hause angekommen bist) auf ihre Gewalterfahrungen und Diskriminierungen im öffentlichen Raum aufmerksam.

„Wir haben festgestellt, dass Frauen einen tagtäglichen Kampf mit der Stadt aufnehmen“[3] – so Özlem Özgül Dündar – eine der Herausgeber*innen der Anthologie „Flexen“, die im Verbrecherverlag erschienen ist. In Abgrenzung zum sorgenfreien Spazierengehen des männlichen Flaneurs handeln daher die Geschichten der Autor*innen von Diskriminierung, Bedrohung aber auch von Aneignung und Ermächtigung. Und darum muss es gehen: Um Sichtbarkeit und um die Eroberung der Städte für alle – auf den Straßen, den Plätze sollen alle sein können, frei von Belästigung und Diskriminierung. Denn wir wollen die Stadt nicht durcheilen, sondern uns in ihr mit ihr kritisch auseinandersetzen und sie gestalten. Zu diesem Flanieren und Lauschen wollen wir euch einladen.

Der Spaziergang ist eine Veranstaltung in einer losen Reihe der gruppe polar zum Recht auf Stadt in diesem Jahr. Die gruppe polar ist seit einigen Jahren Teil der Kämpfe besonders um Wohnen und Wohnungslosigkeit in Dresden. Organisiert sind sie dazu im Bündnis „Mietenwahnsinn stoppen!“ Dresden sowie in der BettelLobby Dresden. In dieser Reihe organisiert die gruppe polar Veranstaltungen wie Vorträge, Lesespaziergänge und Comiclesungen rund um Fragen der solidarischen Stadt.

Weitere Veranstaltung am 20. Mai: Kämpfe um ein Recht auf Stadt! Aber welches Recht? Und welche Stadt? Vortrag und Diskussion

1 siehe den Beitrag „Wie man eine Stadt erobert“ von Julia Lauter
2 Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre und trans Personen sowie agender
3 https://www.deutschlandfunk.de/kultur-des-flanierens-eine-weibliche-flaneurin-gibt-es-nicht.807.de.html?dram:article_id=451042

 

Adresse
▶ Siehe Veranstaltungsbeschreibung
Veranstalter/in
Landesstiftung Sachsen (Weiterdenken)
Sprache
Deutsch