Tagung

Freitag, 12. Mai 2023 17.00 Uhr – Samstag, 13. Mai 2023, 17.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Tagung

Für die »Weiterwohnlichkeit der Welt«

Hans Jonas und das Prinzip Verantwortung heute

Im Jahr 2023 wäre der Philosoph Hans Jonas 100 Jahre alt geworden. Schon vor über 40 Jahren  stellte er angesichts globaler Umwelt- und Klimakrisen die Systemfrage und plädierte für eine neue  Ethik, die unser aller Überleben auf einem gefährdeten Planeten ins Zentrum stellt. 


In seinem 1979 veröffentlichten Hauptwerk »Das Prinzip Verantwortung« umriss er die neuen ethischen Problemlagen, die sich aus den technischen Revolutionen der Moderne ergeben. Dabei erfährt der Verantwortungsbegriff eine radikale räumliche und zeitliche Erweiterung: Im Zeitalter der Atombombe, der Kernenergie und der Gentechnik stehen wir nicht mehr nur für unsere Nächsten ein. Gefordert ist nach Jonas eine weitreichende Zukunftsbeziehungsweise Fernstenethik – ein neuer Typus von Verantwortung, dem wir uns gerade im Globalen Norden stellen müssen.   

Nachdem es lange Jahre still um Hans Jonas geworden war, haben die immer stärker spürbaren Folgen des Klimawandels und anderer Umweltkrisen seiner alten Forderung zuletzt wieder Gehör verschafft. Die Neuauflage seines philosophischen Klassikers von 2020 ist gar mit einem Nachwort des amtierenden Bundeswirtschaftsministers Robert Habeck versehen.  


Daran anknüpfend will die Tagung die Frage diskutieren: Was sind die Lehren, die wir aus Jonas’ »Prinzip Verantwortung« – in Wissenschaft und Technik, Politik und Rechtsprechung – für unsere Gegenwart und Zukunft ziehen können? Wie wollen, wie können oder gar sollten wir heute, im Zeitalter des Anthropozäns, in globaler Perspektive miteinander leben: mit einem gründlich renovierten »Green Capitalism« oder dem endgültigen Abschied vom alles beherrschenden Wachstumsgedanken; mit Geo-Engineering, Künstlicher Intelligenz und Gentechnik oder radikalem Verzicht auf riskante Technologien; in einem demokratischen Parlament der Dinge, in dem auch die Natur Mitspracherechte hat, oder einer rigiden Öko-Diktatur, deren oberster Wert das Leben ist und nicht die individuelle Freiheit? 

Ort: Katholische Akademie Freiburg

Adresse
▶ Siehe Veranstaltungsbeschreibung
Veranstalter/in
Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg
Sprache
Deutsch
Teilnahmegebühren
wird noch bekannt gegeben