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Podiumsdiskussion

Montag, 16. Februar 2026 19.00 – 20.30 Uhr In meinem Kalender speichern

Podiumsdiskussion

Ist Europa der Feind? Im Gespräch mit David Sanger und Anna Sauerbrey

Eine Kooperation mit Bard College Berlin

US-Präsident Donald Trumps verkündeten Pläne zur Annexion Grönlands haben die Sicherheits-, Handels- und Außenpolitik in ganz Europa auf den Kopf gestellt, ganz zu schweigen davon, dass sie alle Erwartungen hinsichtlich des Möglichen zunichte gemacht haben. Die Vereinigten Staaten, historischer Partner und Garant für Sicherheit auf dem europäischen Kontinent, erscheinen nun weniger als Verbündeter, sondern vielmehr als regelrechter Antagonist. Ist die transatlantische Beziehung, wie sie seit achtzig Jahren besteht, funktional tot? Hat Europa eine eigene Strategie als Antwort darauf? Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte, dass die langjährige Pax Americana in Europa „nicht mehr so existiert, wie wir sie einst kannten”. Die derzeitige US-Regierung hat zweifellos ein erklärtes Interesse und eine Bilanz, die auf einen grundlegenden Bruch mit jahrzehntelangen Traditionen hindeuten – einschließlich einer neu entdeckten Feindseligkeit gegenüber dem modernen Europa und seinen Werten. 

Die neue nationale Sicherheitsstrategie der USA, die vergangenes Jahr von der Trump-Regierung veröffentlicht wurde, hat Wahrheiten offenbart, die sich bereits seit einiger Zeit im Hintergrund abzeichneten: Unter Trump betrachtet die USA europäische Institutionen und sogar einige europäische Regierungen als Probleme, die es zu umgehen oder sogar zu überwinden gilt. Es scheint nun, dass Washington Europas Regeln und Gesetzen als Belastung ansieht und seine Offenheit gegenüber Einwanderung und Multikulturalismus als Bedrohung einer „westlichen Zivilisation“. Die USA müssten daher – so die Logik des MAGA-Lages – gemeinsame Sache machen mit Parteien und Einzelpersonen, die, wie es im Strategiepapier heißt, die „Souveränität” Europas und eine „traditionelle europäische Lebensweise” wiederherstellen wollen. Das ist ein Codewort, gerichtet an die aufstrebenden rechtsextremen und euroskeptischen populistischen Bewegungen in Europa.

Diese hochkarätige Podiumsdiskussion mit David Sanger von der New York Times und Anna Sauerbrey von der Zeit, moderiert von Joshua Yaffa, „Writer in Residence” am Bard College Berlin, beschreibt und analysiert die aktuelle Lage, und versucht, die Auswirkungen auf Deutschland und seine europäischen Nachbarn zu verstehen. Sind Verbündete zu Gegnern geworden? Ist dieser Kurs umkehrbar? Und wenn nicht, was bedeutet diese neue Ära der US-europäischen Beziehungen für die Zukunft der Politik und Gesellschaft auf beiden Seiten des Atlantiks?

Mit:

  • David Sanger, Korrespondent für das Weiße Haus und nationale Sicherheit, The New York Times
  • Anna Sauerbrey, Koordinatorin für Außenpolitik, Die Zeit 

Moderation: Joshua Yaffa ist der erste Writer in Residence am Bard College Berlin. Er ist Autor für The New Yorker und Verfasser des Buches „Between Two Fires: Truth, Ambition, and Compromise in Putin‘s Russia“, das 2021 mit dem Orwell-Preis ausgezeichnet wurde. 

Im Anschluss an die Diskussion findet eine Fragerunde statt. Es gibt einen Empfang nach der Veranstaltung. 

Die Veranstaltung wird in englischer Sprache abgehalten.

 

Kontakt:
Deitra Myers
Referat Europäische Union und Nordamerika
Heinrich-Böll-Stiftung Berlin
myers@boell.de


» Teilnahme vor Ort

Publix, Hermannstraße 90, 12051 Berlin

Bitte melden Sie sich vorab an. Die Teilnahmezahl für diese Veranstaltung ist leider begrenzt. 


Diese Veranstaltung ist eine Fortsetzung der Veranstaltungsreihe „Writing Democracy: Stories, Ideas, and Arguments On and Off the Page” (Demokratie schreiben: Geschichten, Ideen und Argumente auf und außerhalb des Papiers) von 2025 des Bard College Berlin und der Heinrich-Böll-Stiftung. Die Reihe bringt prominente Journalist*innen und Schriftsteller*innen zu einem breiteren Publikum in Berlin und Deutschland, um Themen von bürgerlichem und politischem Interesse in Deutschland und den Vereinigten Staaten zu diskutieren. Aus der Perspektive des Schreibens bietet die Reihe eine umfassende Auseinandersetzung mit Demokratie und demokratischen Institutionen im transatlantischen Kontext: mit Politik und Gesellschaft in den USA und Europa, den Lehren der Geschichte, der Rolle demokratischer Werte und Missverständnissen auf beiden Seiten des Atlantiks – alles mit dem Ziel, die transatlantischen Beziehungen in einer schwierigen Zeit zu stärken.

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CET
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Sprache
Englisch