Mittwoch, 09. September 2009 – Samstag, 10. Oktober 2009 In meinem Kalender speichern

nochnichtmehr - Handeln im unmarkierten Raum

Ausstellung

Während wir noch dabei waren, die neue Unübersichtlichkeit nach 1989 zu erlernen, wies das Internet bereits neue Wege in ein beschleunigtes und global vernetztes Zeitalter. Und als wir glaubten, die Kultur des neuen Kapitalismus endlich durchschaut zu haben, crashten die Lehmann Brothers und damit eine ganze Wirtschaftsordnung ins Bodenlose. Was sind die Lehren aus dem wiederholten Systemkollaps?

Das Projekt:

Mit den Mitteln der zeitgenössischen bildenden Kunst möchte die Heinrich-Böll-Stiftung die Haltungen und Handlungsoptionen untersuchen, die sich aus solchen existenziellen Umbruchssituationen ergeben.`nochnichtmehr` soll gezielt einen Kontrapunkt setzen zum gegenwärtigen Krisen-Lamento, das die Öffentlichkeit eher lähmt, anstatt einen produktiven Umgang mit den strukturellen Herausforderungen zu beflügeln. Im Super-Gedenkjahr 2009 schlägt es keine rückwärtsgewandte Perspektive vor, sondern bietet einen gedanklichen Raum, um gemeinsam Zukunftstauglichkeit zu erarbeiten.

Die Ausstellung:

Im neuen Gebäude der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin-Mitte versammeln Nevin Aladag, Lucia Dellefant, Ralf Homann, Martin Kaltwasser, Andreas Mayer-Brennenstuhl, Yoko Ono, Elodie Pong, Oliver Ressler, Johannes Stüttgen, Albrecht Wild, Georg Winter und Hans Winkler ihre unterschiedlichen Positionen. Dabei haben sie vor allem konzeptuelle und temporäre Arbeiten entwickelt –  Kunst, die nicht nur in einem geschlossenen Showroom funktioniert, sondern nach außen verweist.

Im künstlerischen Schaffensprozess sind Krisen etwas Alltägliches - der „unmarkierte Raum“ löst hier zwar auch Unbehagen aus, gibt aber gleichzeitig erst die Freiheit, kreativ zu denken und zu handeln. Welchen Lerneffekt könnte die Gesellschaft aus der experimentellen Herangehensweise von Kunst beziehen? Inwiefern hat sich Kunst ein Anrecht als „proto-politische“ Sphäre erworben? Auf welche neu entstandenen Interventionsansätze und Teilöffentlichkeiten kann man heute bauen?

Das Symposium:

Die von Kai Bauer kuratierte Ausstellung beginnt am 9. September um 19 Uhr (Vernissage) und wird am 10. Oktober mit einem halbtägigen Symposium enden: Eine Diskussion mit Beatrice von Bismarck, Alice Creischer und Christoph Menke soll dem Möglichkeitsraum von Gegenwartskunst nachspüren, Klaus von Beyme wird in einem Vortrag an die Avantgarden der klassischen Moderne erinnern. Wir möchten Sie herzlich einladen, `nochnichtmehr` dabei zu sein.

» Einführungstext zur Ausstellung
» Ausstellungsplan
» Kurzbiografien der Künstler/innen und Referent/inn/en

Programm