Freitag, 22. Januar 2016 – Samstag, 23. Januar 2016

Strukturentwicklung im Südsudan – eine interdisziplinäre Fachtagung

Das jüngeste Land der Welt im Bürgerkrieg – Wie geht es weiter?

Datum, Uhrzeit
Fr., 22. Jan. 2016, 14.00 Uhr  –
Sa., 23. Jan. 2016, 17.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Der Konflikt zwischen der sudanesischen Zentralregierung und der Rebellenruppe (SPLM/A) im Süden, zählt zu den längsten und blutigsten Bürgerkriegen auf dem afrikanischen Kontinent.
Im Kampf um Mitbestimmung und für das Konzept eines „neuen Sudan“ wuchsen Generationen von Südsudanesen im Krieg auf und erlebten gewaltbereite Konfliktlösung als vorherrschende Lebenspraxis. Die Hoffnung auf eine friedliche Zukunft keimte auf als im umfassenden Friedensabkommen (CPA) Beteiligung im politischen Prozess und sogar eine Aussicht auf die Unabhängigkeit des Südens vereinbart wurde. Nach dem ruhig ablaufenden Referendum und der Unabhängigkeit im Jahre 2011, schien ein nachhaltiger Frieden erstmals greifbar. Aber die Freude wich bald bitterer Enttäuschung. Zunächst brachen alte Konflikte in den Grenzregionen aus, aber seit Dezember 2013 befindet sich das jüngste
Land der Welt in einem verherenden Bürgerkrieg, welcher die innere Zerrissenheit des Landes wiederspiegelt. Die Ansprüche des „neuen Sudans“ wurden im Süden, im blutig errungenem eigenen Staat, bislang nicht realisiert. Im Gegenteil: Die alten Fehler werden wiederholt – Die Macht wird zentral ausgeübt, der Präsident hat weitreichende Entscheidungsgewalt und ethnische Minderheiten werden verfolgt.
Mit der Konferenz soll über die ersten Jahre der Strukturentwicklung im Südsudan eine Bilanz gezogen und ein Ausblick auf weitere Entwicklungsansätze gegeben werden. Die Möglichkeiten und Grenzen der Entwicklungszusammenarbeit sollen dabei von verschiedenen Experten und politischen Vertretern kritisch diskutiert werden.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Hochschulgruppe SOS-Darfur mit der Universität und der Stadt Erfurt, der ev. Landeskirche, dem Studierendenrat, der Stiftung Nord-Süd-Brücken sowie der Rosa-Luxemburg- und Heinrich-Böll-Stiftung.