Podiumsdiskussion
- Montag, 19. Mai 2014 18.30 – 20.30 Uhr In meinem Kalender speichern
Südafrika nach der Wahl - Beginn einer neuen politischen Ära?
Am 7. Mai finden zum fünften Mal demokratische Parlamentswahlen in Südafrika statt. Obwohl es keine Zweifel am Sieg des Afrikanischen Nationalkongress (ANC) gibt, ist bereits voraussehbar, dass er einige Stimmen einbüßen wird. Für Schlagzeilen sorgte bereits zu Beginn des Jahres eine Studie des Meinungsforschungsinstituts Ipsos Markinor, die dem ANC in den anstehenden Wahlen nur noch 53 Prozentpunkte prognostizierte.
Die Enttäuschung der Südafrikanerinnen und Südafrikaner über ihre Regierung zeigt sich in Protesten und auf vielfältige Weise im öffentlichen Diskurs. Der jüngste Korruptionsskandal um Präsident Jacob Zuma, der mit Staatsgeldern seine Privatresidenz ausbauen ließ, verstärkte den Unmut noch. Die Frage ist jedoch, ob die Unzufriedenheit mit dem ANC in mehr Stimmen für die Oppositionsparteien resultieren wird.
Obwohl das Vertrauen der Südafrikaner in die demokratischen Institutionen gesunken ist, ist noch keine Wahlmüdigkeit zu verspüren: 25,3 Millionen und damit 80,5 Prozent aller Wahlberechtigten haben sich registrieren lassen. Und bei der diesjährigen Wahl werden erstmals die so genannten „born frees“ wählen: Die Generation, die nach dem Ende der Apartheid geboren wurde.
Die Economic Freedom Fighters (EFF) des ehemaligen und kontroversen Präsidenten der ANC Youth League Julius Malema bieten sich als linke Alternative zum ANC an und fordern Landumverteilung und Nationalisierungsmaßnahmen. Die EFF dürften bei der neuen Wählergruppe populär wirken. Zudem deutet sich eine Spaltung in der Gewerkschaftsunion COSATU an, da einige Gewerkschaften eine radikalere Wirtschaftspolitik fordern und dem ANC ihre Unterstützung entzogen habe.
Was bedeuten die Wahlergebnisse für das Land? Wie sieht die Zukunft des ANC aus? Wie wird sich die Oppositionslandschaft verändern? Was sind die zentralen Herausforderungen in der Politik heute? Bei der Podiumsdiskussion mit südafrikanischen Gästen möchten wir den Wahlausgang analysieren, dies mit einem Resümee der vergangenen 20 Jahre Demokratie verbinden und einen Blick in die Zukunft Südafrikas wagen.
Mit:
Prof. Raymond Suttner, Rhodes University und University of South Africa, politischer Analyst und Kolumnist, Johannesburg
Nomboniso Gasa, politische Beraterin für Gender-Politik und Kultur, Johannesburg
Prince Mashele, Direktor des Centre for Politics and Research und Mitautor von "The Fall of the ANC. What Next?", Pretoria
Moderation: Layla Al-Zubaidi, Büroleiterin der Heinrich-Böll-Stiftung in Kapstadt
Information:
Beate Adolf
Programmkoordination Afrika
E-Mail adolf@boell.de
Telefon 285 34 340
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Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Schumannstr. 8
10117 Berlin
- Veranstalter*in
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