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Fachgespräch

Donnerstag, 25. September 2025 08.30 – 10.00 Uhr In meinem Kalender speichern

Fachgespräch

Turkey Breakfast Briefings: Neue türkische Stärke, schwindender russischer Einfluss?

Die türkisch-armenische Annäherung, das Friedensabkommen zwischen Armenien und Aserbaidschan und die sich verändernde geopolitische Konstellation im Südkaukasus

Am 8. August 2025 paraphierten der armenische Premierminister Nikol Paschinjan und der aserbaidschanische Präsident Ilham Aliyev im Rahmen einer von US-Präsident Donald Trump ausgerichteten Zeremonie im Weißen Haus ein Friedensabkommen, das den jahrzehntelangen Konflikt um Bergkarabach beenden soll. Begleitet wurde das Abkommen von der Unterzeichnung einer trilateralen Erklärung, die die Wiedereröffnung der Transportwege und eine „Trump Route for International Peace and Prosperity (TRIPP)” durch Armenien zwischen Aserbaidschan und seiner Exklave Nakhichevan vorsieht. Die Verhandlungen verliefen zeitgleich mit Schritten zur Normalisierung der historisch angespannten Beziehungen zwischen Armenien und der Türkei, die zuvor aufgrund der türkischen Unterstützung für Aserbaidschan im Konflikt um Bergkarabach 15 Jahre lang stagniert hatte.

Diese Entwicklungen deuten auf eine Verschiebung der geopolitischen Verhältnisse im Südkaukasus hin, in deren Zuge die Türkei als zentraler Akteur auftritt, während Russland, die traditionell dominierende Macht in der Region, an Einfluss verliert. Zugleich markieren sie nach dem militärischen Sieg Aserbaidschans im Karabach-Konflikt einen Triumph des „authoritarian peace making“ nach jahrzehntelangen Versuchen, den Konflikt über Verhandlungen im OSZE-Format und zivilgesellschaftliche Versöhnungsprojekte zu überwinden („liberal peacemaking“).

Angesichts dieser Entwicklungen veranstaltet die Heinrich-Böll-Stiftung ein Turkey Breakfast Briefing, um diese zentralen Fragen zu erörtern:

  • Hat sich der geopolitische Status quo im Südkaukasus dauerhaft zugunsten der Türkei verschoben, die damit Russland als führende Regionalmacht ablöst?
  • Steht nun eine Öffnung der türkisch-armenischen Grenze unmittelbar bevor?
  • Wie wirken sich die Entwicklungen auf die enge Partnerschaft zwischen der Türkei und Aserbaidschan aus?
  • Welche Rolle spielen die Vereinigten Staaten unter der Präsidentschaft von Donald Trump bei der aktuellen Neugestaltung des regionalen Machtgleichgewichts?
  • Wie reagieren Russland und der Iran?
  • Welche Interessen haben Deutschland und die Europäische Union, und welche Einflussmöglichkeiten bleiben ihnen?

Wir diskutieren mit den folgenden Gästen:

  • Arzu Geybullah, aserbaidschanische Kolumnistin und Autorin mit Schwerpunkt auf digitalem Autoritarismus, Menschenrechte und Pressefreiheit
  • Prof. Dr. Pinar Sayan, Associate Professor und Vizedekan der Fakultät für Sozialwissenschaften, Beykoz-Universität
  • Arsen Kharatyan, Gründer und Chefredakteur von AliQ Media, Armenien

Moderation: Walter Kaufmann, Referatsleiter Referat Ost- und Südosteuropa, Heinrich-Böll-Stiftung

Begrüßung: Dr. Dawid Bartelt, Büroleiter, Heinrich-Böll-Stiftung Istanbul
 

Die Turkey Breakfast Briefings sind geschlossene Fachgespräche in Präsenz, bei denen geladene Teilnehmer*innen sich unter Chatham House Rule beim Frühstück mit Expert*innen austauschen. Bitte beachten Sie, dass eine Teilnahme nur auf Einladung möglich ist.

Das Gespräch findet auf Englisch ohne Überstzung statt. 

Fachkontakt:
Deitra Myers
Referat Europäische Union und Nordamerika
E myers@boell.de


» Teilnahme vor Ort
im Konferenzzentrum der Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin

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Zeitzone
MESZ
Adresse
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Schumannstr. 8
10117 Berlin
Veranstalter*in
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Sprache
Englisch