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Podiumsdiskussion

Dienstag, 29. September 2026 19.00 – 20.30 Uhr In meinem Kalender speichern

Podiumsdiskussion

Vernetzung oder Naivität – welche Rolle spielt die EU im Südkaukasus?

Der Südkaukasus durchläuft derzeit tiefgreifende politische Veränderungen. Georgien ist zwar seit 2023 EU-Beitrittskandidat, hat jedoch gleichzeitig einen zunehmend illiberalen und anti-europäischen Kurs eingeschlagen und sich zu einer „moderaten Autokratie“ gewandelt. Armenien distanziert sich zunehmend von Russland, stärkt seine Beziehungen zur EU und hat erhebliche Fortschritte bei der Normalisierung der Beziehungen zu Aserbaidschan und der Türkei erzielt, während demokratische Reformen im Innern nur mühsam vorankommen. Aserbaidschan bleibt unter Präsident Alijew hingegen streng autoritär - mit Hunderten politischen Gefangenen.

Für die regionale Stabilisierung gelang im August 2025 ein bedeutender Durchbruch, als Armenien und Aserbaidschan das Abkommen über Frieden und die Aufnahme zwischenstaatlicher Beziehungen paraphierten und eine Erklärung unterzeichneten, in der die „Trump-Route für internationalen Frieden und Wohlstand“ angekündigt wurde. Dies eröffnet neue Perspektiven für Handel und Vernetzung zwischen Aserbaidschan, Armenien und der Türkei. Gleichzeitig versuchen die Türkei, Russland, die Vereinigten Staaten und die EU, die Region entsprechend ihren eigenen strategischen Interessen zu gestalten.

Vor diesem Hintergrund empfinden viele Menschen im Südkaukasus die Reaktion der EU als zu schwach. Sie kritisieren sie entweder dafür, dass sie geopolitischen Pragmatismus über demokratische Werte stellt, oder dafür, dass sie es versäumt, über technische Hilfe hinauszugehen und ein echter geopolitischer Akteur zu werden. Andere, autoritäre Akteure scheinen ihre Interessen und Strategien in der Region mit weitaus größerer Entschlossenheit zu verfolgen.

Einige dieser Entwicklungen werden in Sonja Schiffers’ Buch „Authoritarian and Illiberal Influence: Russia’s and Turkey’s Threats to Democracy in Wider Europe“ (Bloomsbury, März 2026) beleuchtet. Nach einer kurzen Vorstellung der wichtigsten Erkenntnisse durch die Autorin werden wir Fragen diskutieren wie:

  • Wie hat sich die politische Landschaft im Südkaukasus in den letzten Jahren verändert?
  • Welche konkurrierenden Ziele verfolgen regionale und internationale Mächte?
  • Wo liegen die Chancen und Grenzen des deutschen und EU-Engagements?
  • Was kann getan werden, um den Folgen autoritärer Tendenzen für die betroffenen Zivilgesellschaften wirksam entgegenzuwirken?

Begrüßung

  • Jan Albrecht, Co-Präsident, Heinrich-Böll-Stiftung Berlin

Impulsvortrag

"Autoritärer und illiberaler Einfluss: Russlands und der Türkei Bedrohungen für die Demokratie in einem größeren Europa"

  • Sonja Schiffers, Direktorin, Heinrich-Böll-Stiftung Tiflis, Autorin des Buches

Diskussion

  • Tamta Mikeladze, Social Justice Center, Tiflis, Georgien
  • Mikayel Zolyan, Analyst und ehemaliges Mitglied der armenischen Nationalversammlung, Jerewan, Armenien
  • Robin Wagener, MdB, Sonderberichterstatter für Osteuropa der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
  • Sonja Schiffers, Direktorin, Heinrich-Böll-Stiftung, Büro Tiflis

Moderation

  • Walter Kaufmann, Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin

Die Diskussion findet auf Englisch und Deutsch mit Simultanübersetzung statt.


Informationen
Irina Ghulinyan-Gerz
Referat Ost- und Südosteuropa
Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin
E-Mail: Irina.Ghulinyan-Gerz@boell.de

Zeitzone
MESZ
Adresse
▶ Heinrich-Böll-Stiftung, Bundesstiftung Berlin sowie Online
Schumannstr. 8
10117 Berlin

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Veranstalter*in
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Sprache
Deutsch
Englisch
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