Online-Konferenz Donnerstag, 15. Oktober 2020

Gene Drives - Mit gentechnischer Ausrottung Menschen und Natur schützen? 

Urheber/in: Ines Meier. Creative Commons License LogoDieses Bild steht unter einer Creative Commons License.
Datum, Uhrzeit
Do., 15. Okt. 2020,
16.30 – 18.00 Uhr In meinem Kalender speichern
Adresse
▶ Online-Veranstaltung

Sprache
Deutsch
Englisch
Französisch
Simultanübersetzung
Veranstalter/in
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Veranstaltungsreihe
Umkämpfte Natur

Die UN-Konvention über Biologische Vielfalt (CBD) befasst sich seit vielen Jahren mit der Regulierung moderner Biotechnologie. Die Gene Drive Technologie wird in diesem Kontext besonders kontrovers diskutiert. Mit dieser neuen Gentechnik könnten zukünftig wildlebende Tier- und Pflanzenpopulationen oder Arten gentechnisch verändert, ausgetauscht oder gar ausgerottet werden. Ihre Entwickler*innen versprechen sich davon eine Ausrottung der Malariamücke, die Dezimierung eingeschleppter Ratten und Mäuse zum Schutz bedrohter Ökosysteme und die Kontrolle sogenannter Schädlinge in der Landwirtschaft. Gene Drives setzen die Grundregeln der Evolution und der natürlichen Selektion außer Kraft und vererben ausgewählte Eigenschaften zu 100 Prozent an sämtliche Nachkommen – auch dann, wenn diese für die Organismen schädlich oder tödlich sind. Die Gene Drive Technologie eröffnet eine neue Dimension des menschlichen Eingriffs in die Natur und birgt unzählige Risiken.

Am Beispiel von Gene Drives zur Malariabekämpfung soll in diesem Online Seminar aufgezeigt werden, wie die Technologie funktioniert, wer sie entwickelt, finanziert und ihre Anwendung vorantreibt, welche Risiken sie birgt, wie in betroffenen Ländern darüber diskutiert und warum bei der UN Biodiversitätskonvention um ein globales Moratorium auf ihre Nutzung gerungen wird.

 Gäste:

  • Dr. Ricarda Steinbrecher (Molekularbiologin und Genetikerin, Vorstandsmitglied beim European Network for Scientist for Social and Environmental Responsibility (ENSSER))

  • Ali Tapsoba de Goamma (Menschenrechts- und Umweltaktivist, Präsident von Terre a Vie, Sprecher für Collectif Citoyen pour l'Agroécologie (CCAE), Burkina Faso)

  • Dr. Andreas Wulf (Referent für globale Gesundheit, Medico International)

  • Mareike Imken (Leiterin der europäischen Stop Gene Drive Kampagne, Save Our Seeds)

Moderation: Christiane Grefe (Autorin des Buches „Global Gardening: Bioökonomie - Neuer Raubbau oder Wirtschaftsform der Zukunft?“ und ZEIT-Redakteurin)

Sprache: Simultanübersetzung Deutsch, Englisch, Französisch

Kontakt:
Mareike Imken
Save Our Seeds
E:
imken@saveourseeds.org

 


Hinweis: Diese Konferenz ist die 2. Veranstaltung unserer vierteiligen Online-Konferenzreihe 

Umkämpfte Natur: Landnutzung, Klimaschutz und neue Gentechnologien im Kontext der Debatte zum Schutz biologischer Vielfalt

Es geht um weit mehr als den Klimawandel: Die Forschung diagnostiziert eine dramatische Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen auf der Erde und warnt vor einem 6. Massensterben. Schon im Jahr 2010 hatte sich die internationale Staatengemeinschaft im Rahmen der UN-Konvention über Biologische Vielfalt (CBD) dazu verpflichtet, den globalen Verlust der Biodiversität bis 2020 zu stoppen. Dieses Ziel wurde nicht nur verfehlt, das weltweite Artensterben hat sich sogar noch beschleunigt.

Die nächste Vertragsstaatenkonferenz der CBD (COP 15), verschoben auf 2021, ist daher von enormer Bedeutung: Die internationale Biodiversitätspolitik muss einen neuen Rahmen und neue Ziele beschließen. Doch das Konfliktpotenzial ist groß und die Gemengelage vielfältig. Es gibt sehr unterschiedliche Interessen im Hinblick auf den Schutz, die Nutzung und Vermarktung der biologischen Vielfalt. Im Zentrum stehen dabei zum einen Fragen der Landnutzung und des Zugangs zu natürlichen Ressourcen und zum anderen Fragen der Technikfolgenabschätzung und Regulierung.

Die gemeinsam von Brot für die Welt, Heinrich-Böll-Stiftung, Save Our Seeds und dem Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika (FDCL) durchgeführte Veranstaltungsreihe wird vor diesem Hintergrund vor allem Themenkomplexe in den Blick nehmen, die in klassischen Naturschutzdebatten oft wenig Beachtung finden. In diesem Kontext befassen wir uns auch mit der Frage politischer Einflussnahme auf die CBD und den Möglichkeiten und Hindernissen zivilgesellschaftlichen Engagements. 

Weitere Veranstaltungen:

24. September: UN-Biodiversitätskonvention am Scheideweg?
29. Oktober:  Wer profitiert künftig von der biologischen Vielfalt? Digitale Sequenz-Informationen (DSI) und ihr Potential für neue Formen der Biopiraterie

18. November: Mit „Natural Climate Solutions“ die biologische Vielfalt und das Klima retten?
 



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