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Buchvorstellung und Diskussion

Samstag, 09. Mai 2026 17.00 – 19.30 Uhr In meinem Kalender speichern

Buchvorstellung und Diskussion

Andrea Böhm: Fighting Like a Woman

Die Geschichte der Frauen, die zurückschlagen

Hinweis: Die Veranstaltung findet diesmal nicht in der Heinrich-Böll-Stiftung-statt, sondern im Fenriz Gym.

Kurdische Kämpferinnen gelten vielen als feministisches Symbol der Gleichberechtigung und Selbstbestimmung in einer Region, die eher mit patriarchalen Strukturen in Zusammenhang gebracht wird. Was bedeutet es, in der Lage zu sein, sich physisch zur Wehr zu setzen? Mit der Buchvorstellung von Fighting Like a Woman. Die Geschichte der Frauen, die zurückschlagen laden wir ein, über feministische Geschichte, körperliche Selbstbestimmung und politische Handlungsmacht zu diskutieren. 

Den Anstoß zu dem Buch gab eine Szene der zivilgesellschaftlichen Proteste im Libanon im Jahr 2017, bei der Malak Alawiye, eine unbewaffnete Frau, einen deutlich größeren, bewaffneten Mann mit einem gezielten Tritt zwischen die Beine zu Fall brachte und damit zur ikonischen „Kick-Queen von Beirut“ wurde. 

Andrea Böhm hat Archive konsultiert und die Welt bereist für Recherchen über die oft übersehenen Seite feministischer Vergangenheit und Gegenwart: dem Körper als Ort von Unterdrückung, aber auch von Widerstand, Selbstbehauptung und Emanzipation. Sie erzählt von Frauen, die sich gegen Gewalt, gesellschaftlich gesetzte Grenzen und die Zuschreibung körperlicher Unterlegenheit zur Wehr setzen, und spannt dabei einen Bogen von Boxerinnen des frühen 18. Jahrhunderts über die Jiu-Jitsu-Suffragetten bis hin zu heutigen Kämpferinnen in Mexiko, Kenia oder Kurdistan.

In einer Zeit, in der antifeministische Kräfte erstarken und Debatten über Gleichberechtigung, Sicherheit und körperliche Selbstbestimmung an Schärfe gewinnen, stößt Andrea Böhm eine aktuelle und notwendige Auseinandersetzung an. Sie fragt danach, was es bedeutet, weibliche Körper nicht nur als verletzlich, sondern auch als wehrhaft und politisch handlungsfähig zu begreifen – gerade in Regionen wie dem Nahen Osten. Dabei geht es nicht um eine einfache Heldinnenerzählung, sondern um die Ambivalenzen feministischer Kämpfe, um unterschiedliche soziale und politische Kontexte und um die Frage, welche Rolle Selbstverteidigung, Wut, Solidarität und Körperbewusstsein für emanzipatorische Prozesse spielen können.

Die Buchvorstellung bietet Gelegenheit, über Gewaltverhältnisse, Geschlechtergrenzen und den Mythos eines männlichen Gewaltmonopols ins Gespräch zu kommen.

Begrüßung: Bente Scheller, Leiterin Referat Nahost und Nordafrika, Heinrich Böll Stiftung

Mit: 

  • Andrea Böhm, Reporterin und Autorin

Moderation: Christiane Neudecker, Schriftstellerin und Regisseurin


Link zum Buch: Fighting Like a Woman. Die Geschichte der Frauen, die zurückschlagen 

Bitte melden Sie sich an. Die Anzahl der Plätze ist leider begrenzt. Wir weisen darauf hin, dass kein Anspruch auf einen Platz im Saal besteht.

Kontakt: 
Kaan Dadak
Heinrich-Böll-Stiftung
E kaan.dadak@boell.de


In unserer Reihe Books that Matter stellen wir Werke vor, die aktuelle internationale Debatten aufgreifen und Impulse setzen. Gemeinsam mit den Autor*innen sprechen wir über Demokratie und Menschenrechte, internationale Beziehungen, Umwelt und soziale Gerechtigkeit, Diversität und Feminismus. Ob durch literarische Geschichten oder wissenschaftliche Analysen – die vorgestellten Bücher laden dazu ein, Fragen zu stellen, Positionen zu hinterfragen und neue Wege des Denkens zu entdecken.

Veranstaltungsreihe
Böll.Global: Books That Matter
Weitere Termine
Mittwoch, 29. April 2026
Donnerstag, 28. Mai 2026
Adresse
Fenriz Gym, Lobeckstraße 36, 10969 Berlin
Veranstalter*in
Heinrich-Böll-Stiftung - Bundesstiftung Berlin
Sprache
Deutsch